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"Was macht man, wenn jemand bewusstlos
ist?" - "Ihn ansprechen und Hilfe holen, wenn er nicht
reagiert." Die Antwort aus der Runde kommt prompt. Kein Zweifel - der
Erste-Hilfe-Kurs für die Schulanfänger im evangelischen
Albert-Kindergarten in Heilbronn scheint zu fruchten.
Die Aufregung unter den 14 Kindern ist groß.
Rabia liegt bewegungslos auf dem Boden, der Kopf rollt nach hinten. Eine
oscarreife Schauspieleinlage, die mit viel Gekicher honoriert wird.
"Schau mal, ob sie noch atmet." Stefanie kommt Ute Ritters
Aufforderung nach. "Und dann die stabile Seitenlage." Vorsichtig
werden Arme und Hüfte in die richtige Position gedreht. "Gut
gemacht" , lobt Ute Ritter.
Dass aus dem Spiel schnell Ernst werden kann,
das versucht die Erste-Hilfe-Ausbilderin vom Arbeiter- Samariter- Bund
(ASB) Lauffen ihren jungen Schützlingen klar zu machen. Verbände
anlegen, Hilfe rufen, auf die richtigen Angaben beim Notruf achten - in
drei Kursen bringt sie den fünf- und sechsjährigen Mädchen und Jungen
bei, wie sie sich in Unfallsituationen verhalten müssen.
Erstaunlich sei, meint Michaela Raddatz, die
Leiterin des Albert-Kindergartens, wie gut die Kinder das Gelernte
anwenden. Jens Biester vom ASB bestätigt das. "Kinder sind die
besseren Helfer. Sie gehen viel unbefangener mit solchen Situationen um
und trauen sich mehr zu." Allerdings sei es wichtig, die Inhalte
regelmäßig zu wiederholen. "Wir wollen aus ihnen keine perfekten
Sanitäter machen, sondern verhindern, dass Berührungsängste
entstehen."
Damit die Kleinen jedoch zumindest eine
Vorstellung davon haben, wie professionelle Erste Hilfe aussieht, zeigt
Biester der kleinen Truppe abschließend noch einen richtigen
Rettungswagen von innen. Vor allem das Martinshorn, das zur Feier des
Tages eingeschaltet wird, löst große Begeisterung aus. Und zur Belohnung
erhält jeder Teilnehmer eine Urkunde und einen Anstecker. Die Botschaft:
"Hilfe ist einfach. Ich bin dabei."
20.06.2002
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