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Mit ihrem Lehrer Rainer Dreischer haben die
neun Jungs und fünf Mädchen auf ein kostenloses Angebot des
Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Lauffen reagiert. Vier Wochen lang opfern
sie nun Montagnachmittags ihre Freizeit, um in 16 Stunden zu lernen, wie
man in Notfällen richtig reagiert.
Es ist eine Art Pilotprojekt. Die Klasse 8 b
aus der Güglinger Hauptschule ist die einzige im Landkreis, die das vom
Bundesinnenministerium geförderte Angebot in Anspruch nimmt. "Ich
denke, es liegt an der allgemeinen Einstellung zur Ersten Hilfe in
Deutschland", erklärt sich Felix Rembold das insgesamt geringe
Interesse.
Deshalb ist sein Ziel auch nicht, den Kindern
Perfektion in Sachen Lebensrettung beizubringen, sondern eher die
Eigeninitiative zu fördern. "Wir versuchen die Teilnehmer so zu
schulen, dass sie in einem Notfall überhaupt helfen. Denn meistens
passiert nichts, bis der Rettungswagen eintrifft." Aber er ist guter
Hoffnung, dass in dieser Klasse alle etwas mitnehmen werden.
Nach dem Prinzip "Learning-by-doing"
wird den Schülern erklärt, wie ein Motorradhelm von einem Verletzten
abgenommen wird oder wie die Wiederbelebung funktioniert. Damit es wenig
Theorie und viel Praxis gibt, hat Felix Rembold eine Übungspuppe
mitgebracht.
An ihr können die Schüler die Rippen abzählen.
Schließlich muss erst mal der richtige Punkt für die Herz-Lungen-Massage
gefunden werden. Dass sie selber so viel ausprobieren dürfen, gefällt
den Jugendlichen gut. Dem Nachbarn den Arm oder Kopf zu verbinden, macht
besonders viel Spaß.
"Eine Frau ist vor mir umgekippt. Das
hat mir Angst gemacht", erklärt Lenz Rall seine Entscheidung, an dem
Kurs teilzunehmen. Für die meisten seiner Mitschüler war es wichtig,
dass der Kurs für die Führerscheinprüfung angerechnet wird. "Aber
es ist auch lustig, wenn wir das hier zusammen machen", bestätigt
Melda Abas.
Auch wenn es sehr laut und die Klasse sehr
lebhaft ist, Spaß haben sie wirklich. Ob es nun um sterile
Gummihandschuhe oder Rettungsfolien geht, ist egal. Und eigene Erfahrungen
können ebenfalls eingebracht werden.
"Hier bekomme ich schon mehr Resonanz.
Sie machen einfach mit. Das ist bei Erwachsenen nicht immer so."
Felix Rembold ist seit einem Jahr beim ASB als Ausbilder tätig. Aus den
gewonnen Erfahrungen wird vielleicht ein neues Schulungskonzept
erarbeitet. "Wenn die Nachfrage da ist, sind wir immer bereit, so
etwas anzubieten."
19.02.2003
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