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Frank Haaf
Pressetext aus der Heilbronner Stimme vom 

02.09.2003

Es fehlt an Zivis, doch die FSJ'ler schließen die Lücken

Von Thomas Dorn

"So viele waren es noch nie", freut sich Einsatzleiter Frank Haaf. Beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Lauffen haben jetzt 16 Mädchen und Jungen ihr Freiwilliges soziales Jahr begonnen.

Haaf ist froh über ihre Entscheidung. Denn sie füllen die Lücken, die fehlende Zivildienstleistende beim ASB und anderen sozialen Diensten reißen (wir berichteten). Zum einen gibt es generell weniger Zivis. Zum anderen bereitet die verkürzte Dienstzeit Probleme. Etwa bei der Betreuung von behinderten Schulkindern. Der Zivildienst endet im Juni, das Schuljahr im Juli. Dazwischen liegen vier Wochen, die nur mit Mühe überbrückt werden können. "Zehn Monate Zivi, das funktioniert nicht mehr", sagt Haaf.

Umso mehr sind ihm die jungen Leute willkommen, die - meist nach der Schulzeit - ein Freiwilliges soziales Jahr einschieben wollen. So wie Nina Gutjahr. "Sich sozial zu engagieren finde ich wichtig", sagt die 21-jährige Abiturientin aus Lauffen. "Was Praktisches machen, mit Leuten zu tun haben, Verantwortung tragen", das reizt sie. Nach diesem Jahr wird sie vielleicht Tiermedizin studieren - " oder was Soziales".

Nina wird in den nächsten Monaten ein Kind mit Down-Syndrom in den Kindergarten begleiten. Und auch ihre Kolleginnen werden bei der Betreuung von geistig oder körperlich behinderten Kindern aktiv sein. Die drei Jungs unter den FSJ'lern werden bei den mobilen sozialen Diensten eingesetzt. Sie versorgen oder unterstützen kranke oder gebrechliche Menschen daheim. "Da braucht es oft körperliche Kraft ", weiß Frank Haaf.

Nadja Schlienz aus Walheim freut sich auf das bevorstehende Jahr. " Ich mag Kinder total gern", sagt die 19-Jährige, die gerade das Abitur gebaut hat und OP- oder Kinderkrankenschwester werden will. Aber sie weiß auch, dass die Aufgabe "eine Herausforderung" sein wird.

Kinderkrankenschwester ist auch für Verena Schmutz aus Brackenheim nach der Mittleren Reife der Berufswunsch. Doch da gibt's eine Warteliste. Also nutzt die 16-Jährige das FSJ zur Überbrückung. Zumal es als Praktikum anerkannt wird.

Auch Katharina Knobel (17) hat eben die Realschule abgeschlossen. Nach dem FSJ wird die Lauffenerin entscheiden, ob sie Erzieherin oder doch Heilpädagogin werden will. Den neunjährigen behinderten Jungen, den sie in die Kaywaldschule begleiten wird, hat sie vor einigen Monaten schon kennen gelernt. "Ich hab' ihn auch schon gewindelt und gefüttert ", erzählt sie. "Das ist schon nicht ganz einfach."

Mit der Bezahlung sind die Mädchen zufrieden. 400 Euro Taschen- und Verpflegungsgeld gibt es pro Monat, dazu Fahrtkosten. Und 26 Tage Urlaub sind auch garantiert. Info: Wer Fragen zum Freiwilligen sozialen Jahr hat, kann sich an Frank Haaf vom ASB, Telefon 07133 / 9530-20, wenden.

03.09.2003

Pressetext aus der Heilbronner Stimme vom

14.06.2003

Dem ASB fehlen immer mehr die Zivis
Von Thomas Dorn
"Ich könnte morgen zehn Zivis einstellen", sagt Frank Haaf vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Lauffen, "Arbeit hätte ich genug. " Das Problem ist nur: Er findet keine. Angesichts des eklatanten Mangels an Zivildienstleistenden setzt der ASB jetzt verstärkt auf das Freiwillige soziale Jahr.

Frank Haaf ist schon eine Weile im Geschäft. Der Einsatzleiter für die mobilen sozialen Dienste kann sich noch an Zeiten erinnern, da dauerte der Zivildienst 20 Monate. Derzeit sind es noch zehn, und schon kursieren Überlegungen, ihn um einen weiteren Monat zu verkürzen.

Zudem gibt es auch deshalb immer weniger Zivis, weil künftig nur noch die jungen Männer der Tauglichkeitsstufen 1 und 2 zum Wehr- oder Zivildienst gerufen werden. Noch vor wenigen Wochen wurden auch "T 7 "-Leute eingezogen. Und schließlich hat Vater Staat den sozialen Einrichtungen die Zivildienststellen ganz generell, über die so genannten Kontingenttage, gekürzt. Ganz abgesehen davon, dass seit März auch noch die Zuschüsse für die Hilfskräfte um monatlich 66 Euro gekürzt wurden.

Lauter Punkte, die es dem ASB und ähnlichen Organisationen schwer machen, ausreichend Zivildienstleistende zu bekommen. "Wir könnten 50 Plätze besetzen", sagt Frank Haaf. Doch 16 Plätze sind derzeit frei. Und in diesem Monat werden zehn Zivildienstleistende ihren Dienst beim ASB beenden - doch nur zwei Neue rücken nach.

Folge der Misere: Die Leistungen müssen zurückgefahren werden: Besonders bei der Betreuung von behinderten Kindern oder Schwerstkranken. " Wir nehmen nichts mehr an", sagt Haaf, "wir vertrösten die Leute auf September. Vielleicht sieht's dann etwas besser aus." Die Fahrdienste, etwa für das "Essen auf Rädern", werden größtenteils von geringfügig Beschäftigten erledigt. Nur in der häuslichen Krankenpflege, die von ausgebildeten, beim ASB angestellten Fachkräften gemacht wird, gibt es momentan keine Einschränkungen.

Weil es an Zivis mangelt, will der ASB, der als Regionalverband Lauffen-Kraichgau auch eine Außenstelle in Eppingen unterhält, jetzt verstärkt auf das Freiwillige soziale Jahr (FSJ) setzen. Schon jetzt sind zwölf junge Leute im Alter zwischen 17 und 21 Jahren - elf Mädchen und ein Junge - beim Lauffener ASB beschäftigt, vorwiegend in der Betreuung behinderter Kinder.

Eine von ihnen ist Kathrin Mohn. Die 21-jährige Kirchheimerin hat sich seit dem vergangenen September um den kleinen Marius aus Pfaffenhofen gekümmert. Täglich hat sie den siebenjährigen Jungen, der an Autismus leidet, in die Förderschule nach Brackenheim begleitet. Die Betreuung des behinderten Kindes hat sie als bereichernd und wertvoll empfunden, nicht nur weil sie gesehen hat, dass Marius enorme Fortschritte gemacht hat. "Ich bin mir jetzt absolut sicher, dass ich in dieser Richtung arbeiten möchte", sagt Kathrin. In Kürze will sie an der Berufsakademie ein Sozialpädagogik-Studium beginnen. Das FSJ kann sie nur jedem empfehlen: "Mir hat's super gefallen."

Frank Haaf hofft, dass sich viele Mädchen und Jungen für ein FSJ entscheiden, das bei einer sozialen Ausbildung auch als Praktikum anerkannt wird. Zudem taugt es zur Überbrückung der Wartezeit auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz. Haaf: "Wenn einer 17 ist, keinen Job hat und auf die Berufsschule müsste, kann er auch zu uns kommen. "

Info Der ASB in Lauffen, Paulinenstraße 9-11, ist unter Telefon 07133 / 95300 und e-Mail info asb-lauffen.com zu erreichen. Im Internet: www.asb-lauffen.de

14.06.2003